Inhalt wird geladen...
Ursachen, strukturierte Abklärung und Warnzeichen – wann Sie sofort handeln müssen.
📞 Notruf: 112 · Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
„Blut im Urin" kann sichtbar sein (roter, brauner oder cola-farbener Urin – Makrohämaturie) oder nur mikroskopisch nachweisbar (Mikrohämaturie = ≥ 3 rote Blutkörperchen pro Gesichtsfeld im Urinsediment).
Beides muss ernst genommen und strukturiert abgeklärt werden, denn die Ursachen reichen von harmlosen Infektionen oder Nierensteinen bis hin zu Blasen- oder Nierentumoren. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die Situation richtig einzuordnen.
Sichtbares Blut – der Urin ist rötlich, bräunlich oder cola-farben.
Kein sichtbares Blut – nur im Labor nachweisbar (≥ 3 Erythrozyten/HPF).
⚠️ Wichtig: Ein positiver Urin-Stix allein reicht nicht aus! Falsch-positive Ergebnisse sind häufig. Die mikroskopische Bestätigung im Urinsediment ist Standard.
Sport (Marathon-Hämaturie), Menstruationskontamination, vorübergehende Reizung. Dennoch Kontrolle nötig!
Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). Oft mit Brennen, Harndrang, Fieber.
Nieren- oder Harnleitersteine – häufige Ursache für akute Makrohämaturie. Oft mit Kolikschmerzen (wellenförmig, Flanke → Leiste).
Gutartige Prostatavergrößerung (BPH), nach Eingriffen (Katheter, Biopsie). Leichte Blutungen können vorkommen.
> 80 % der bei Mikrohämaturie entdeckten Malignome sind Blasentumoren – daher hat die Blasenspiegelung (Zystoskopie) einen zentralen Stellenwert. Risiko steigt mit Alter, Rauchen.
Glomeruläre Erkrankungen (z.B. IgA-Nephropathie). Hinweise: Eiweiß im Urin, dysmorphe Erythrozyten. Hier erfolgt eine nephrologische Abklärung.
Ohne klare harmlose Erklärung (z.B. bekannter Harnwegsinfekt) → zwingend urologische Abklärung.
Risikoadaptierte Abklärung nach AUA/SUFU-Leitlinie (2025):
Wiederholung Urinanalyse, ggf. Ultraschall
Zystoskopie + Ultraschall Nieren
Zystoskopie + CT-Urographie
Symptome, Vorerkrankungen, Medikamente (Blutverdünner!), Risikofaktoren (Rauchen, Alter)
Bestätigung der Hämaturie, Ausschluss Infektion, Beurteilung der Erythrozyten-Morphologie
Zentral zur Erfassung von Blasentumoren und anderen intravesikalen Ursachen
Ultraschall der Nieren; bei hohem Risiko CT-Urographie (höchste Sensitivität für Obertrakt-Tumoren und Steine)
Ja, besonders nach intensiver Belastung (Marathon, Radfahren). Diese „Sport-Hämaturie" ist meist harmlos, muss aber nachkontrolliert werden. Verschwindet sie nicht innerhalb von 72 Stunden nach Beendigung der Belastung, ist eine vollständige urologische Abklärung nötig.
Nein. Der Teststreifen ist nur ein Screening. Falsch-positive Ergebnisse sind häufig (z.B. durch Myoglobin, Vitamin C). Die mikroskopische Untersuchung des Urinsediments ist der Goldstandard zur Bestätigung.
Nein, definitiv nicht. Die meisten Ursachen sind harmlos (Infekte, Steine, Prostata). Aber: Hämaturie kann ein Warnsignal sein – daher ist die strukturierte Abklärung so wichtig, besonders ab 45–50 Jahren.
Blutverdünner erhöhen zwar das Blutungsrisiko, aber Hämaturie unter Antikoagulation sollte nie einfach darauf geschoben werden. Sie muss genauso abgeklärt werden wie bei Patienten ohne Blutverdünnung!
Kann ebenfalls zu Blutbeimengungen im Urin führen – besonders nach Eingriffen
Früherkennung, Diagnostik und warum Abklärung wichtig ist
Harnwegsinfekte – eine häufige Ursache für Hämaturie
Ordnen Sie Ihre Beschwerden ein und erhalten Sie eine erste Orientierung

Im Buch ProstaTALK erklärt ein erfahrener Urologe alles Wichtige rund um die Prostata – verständlich, praxisnah und ohne Tabus.