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Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Die gute Nachricht: Früh erkannt, bestehen oft sehr gute Behandlungsmöglichkeiten – bis hin zur aktiven Überwachung ohne sofortige Therapie.
Das Prostatakarzinom ist ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse. Er wächst in vielen Fällen langsam und bleibt zunächst auf die Prostata begrenzt. In diesem Stadium verursacht er oft keine Beschwerden – deshalb ist die Früherkennung so wichtig.
Nicht jeder Prostatakrebs muss sofort behandelt werden. Die Therapieentscheidung hängt von vielen Faktoren ab: Tumorstadium,Gleason-Score, PSA-Wert, Alter und Wünsche des Patienten.
Da Prostatakrebs im Frühstadium keine Symptome verursacht, ist die Vorsorge entscheidend. Männer ab 45 (bei familiärer Belastung ab 40) sollten sich informieren.
Der Arzt tastet die Prostata vom Enddarm aus ab. Vorteil: Schnell, kostenfrei als Kassenleistung ab 45. Nachteil: Nur Tumoren an der Rückseite der Prostata fühlbar.
Ein Bluttest misst das prostataspezifische Antigen. Erhöhte Werte können auf Krebs hinweisen – aber auch andere Ursachen haben (Entzündung, BPH, Radfahren).
💡 Wichtig: Der PSA-Test ist keine Kassenleistung für asymptomatische Männer. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Nutzen und Risiken.
Mehr erfahren: Alles zum PSA-Wert →
Bei Verdacht auf Prostatakrebs (z.B. erhöhter PSA) kann eine mpMRT vor der Biopsie wichtige Informationen liefern:
Bei auffälligem PSA-Wert oder Tastbefund erfolgen weitere Untersuchungen:
Bestätigung des Befundes, Quotient kann Aussagekraft verbessern
Bildgebung zur Identifikation verdächtiger Areale (PI-RADS 1-5)
Gewebeentnahme – heute oft MRT-gesteuert (Fusionsbiopsie). Einzige sichere Diagnose!
Beurteilung der Aggressivität des Tumors durch den Pathologen
Gleason-Score: Ein Wert von 6 bedeutet niedrig-aggressiven Tumor, 7 mittleren Risikograd, 8-10 hohe Aggressivität. Moderne Bezeichnung: ISUP-Grad 1-5.
⚠️ Wichtig: Gleason 7 ist nicht gleich 7! 3+4 (ISUP 2) hat bessere Prognose als 4+3 (ISUP 3) – bei ISUP 2 ist Active Surveillance noch diskutabel, bei ISUP 3 meist Therapie empfohlen.
Die Wahl der Therapie hängt von Stadium, Aggressivität, Alter und Patientenwunsch ab. Bei lokalisiertem Krebs gibt es mehrere gleichwertige Optionen:
🔗 Ausführliche Therapie-Übersicht: Von der aktiven Überwachung bis zur Behandlung fortgeschrittener Stadien – alle Optionen im Detail auf unserer Prostatakrebs-Therapie-Seite →
Für niedrig-aggressive Tumoren (Gleason 6, niedriger PSA, wenig Tumorbefall):
✅ Vorteil: Vermeidet oder verzögert Nebenwirkungen einer Therapie, ohne die Heilungschance zu verschlechtern.
Operative Entfernung der gesamten Prostata – offenchirurgisch oder roboter-assistiert (Da Vinci®):
⚠️ Mögliche Nebenwirkungen: Inkontinenz (meist vorübergehend), Erektionsstörungen (abhängig von Nervenschonung und Tumorausdehnung)
Gleichwertige Alternative zur OP bei lokalisiertem Tumor:
Präzise Bestrahlung von außen, oft mit IMRT/VMAT-Technik
Radioaktive Seeds direkt in die Prostata (LDR/HDR)
Oft kombiniert mit Hormonentzugstherapie bei höherem Risiko.
Entzug von Testosteron bremst Tumorwachstum:
Nach jeder Therapie ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig:

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Medizinische Referenzen
Quellen: Aktuelle Leitlinien & peer-reviewed Studien · Keine Werbe-Inhalte