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Die Therapie richtet sich nach dem Typ der Prostatitis. Bei chronischen Beschwerden wirkt oft ein multimodaler Ansatzam besten – nicht „eine Pille für alles".
| Typ | Bezeichnung | Charakteristik | Therapieansatz |
|---|---|---|---|
| I | Akute bakterielle Prostatitis (ABP) | Plötzlich, schwer, oft mit Fieber und Sepsis-Gefahr | Sofortige Antibiotika (i.v. → oral) |
| II | Chronische bakterielle Prostatitis (CBP) | Wiederkehrende Infektionen, gleicher Erreger | Langzeit-Antibiotika (4-6 Wochen) |
| IIIa | CP/CPPS – entzündlich | Chronische Schmerzen, Leukozyten nachweisbar, keine Bakterien | Multimodal (Physio, Schmerz, Psycho) |
| IIIb | CP/CPPS – nicht-entzündlich | Chronische Schmerzen, keine Entzündungszeichen | Multimodal, Fokus Beckenboden |
| IV | Asymptomatische Prostatitis | Zufallsbefund, keine Beschwerden | Meist keine Therapie nötig |
📊 Häufigkeit: Über 90% aller Prostatitis-Fälle gehören zu Typ III (CP/CPPS) – also nicht bakteriell. Antibiotika helfen hier meist nicht!
Fieber + Schüttelfrost + Schmerzen im Becken = sofort zum Arzt! Unbehandelt droht Sepsis (Blutvergiftung).
💊 Antibiotika-Auswahl: Wird nach Erreger und Resistogramm angepasst. Fluorchinolone (z.B. Ciprofloxacin) haben EU-Sicherheitsauflagen – Alternativen werden geprüft. Stewardship beachten!
Bei der CBP kommt es zu wiederkehrenden Infektionen – meist durch denselben Erreger. Das Ziel: Eradikation(vollständige Beseitigung) des Keims.
🔬 Diagnostik-Tipp: Die 2-Gläser-Probe oder4-Gläser-Probe (Meares-Stamey) hilft, den Infektionsort zu lokalisieren und CBP von anderen Formen zu unterscheiden.
Chronische Schmerzen im Becken ohne nachweisbare Bakterien. Viele Patienten haben eine Odyssee von erfolglosen Antibiotika-Kuren hinter sich. Die Lösung: multimodal denken.
CP/CPPS ist keine klassische Infektion. Die Ursachen sind komplex: Beckenbodenverspannung, neurogene Entzündung, psychische Faktoren, Stress. Deshalb braucht es einen ganzheitlichen Ansatz.
EAU- und AUA-Leitlinien empfehlen ein bio-psycho-soziales Konzept. Verschiedene Bausteine werden individuell kombiniert:
Verständnis der Erkrankung, realistische Erwartungen, Selbstmanagement
Myofasziale Triggerpunkt-Therapie, Entspannung, Dehnübungen
Medikamentös (z.B. Amitriptylin, Pregabalin) oder nicht-medikamentös
CBT, achtsamkeitsbasierte Ansätze, Stressreduktion
Sitzbäder, lokale Wärme zur Muskelentspannung
Bewegung, Stressmanagement, Vermeidung von Triggern (Kälte, langes Sitzen)
💡 NIH-CPSI: Der Chronic Prostatitis Symptom Index hilft, Beschwerden zu quantifizieren und den Therapieerfolg zu messen. Fragen Sie Ihren Arzt danach!
Viele Männer mit CP/CPPS haben einen verspannten Beckenboden. Die Muskeln verkrampfen, Triggerpunkte entstehen, die Schmerzen werden chronisch. Spezialisierte Physiotherapie kann diesen Teufelskreis durchbrechen.
Gute Prognose bei konsequenter Antibiotikatherapie. Akute Prostatitis heilt meist komplett aus. Bei CBP ist Rezidivprophylaxe wichtig.
Verbesserung möglich, aber oft langwierig. Multimodale Therapie über Monate. Realistische Erwartungen: Symptomreduktion, bessere Lebensqualität – nicht immer vollständige Heilung.
🤝 Wichtig: CP/CPPS ist keine eingebildete Erkrankung! Die Schmerzen sind real. Suchen Sie einen Arzt, der Sie ernst nimmt und multimodal denkt.
Medizinische Referenzen
Quellen: Aktuelle Leitlinien & peer-reviewed Studien · Keine Werbe-Inhalte
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