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Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine der häufigsten Erkrankungen des Mannes. Sie ist kein Krebs – und erhöht auch nicht das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Trotzdem kann sie die Lebensqualität spürbar einschränken. Hier erfahren Sie ruhig und verständlich, was dahinter steckt und welche modernen Behandlungen es gibt.
Die benigne Prostatahyperplasie ist eine gutartige – also nicht bösartige – Vergrößerung der Prostata, die mit zunehmendem Alter fast jeden Mann betrifft.
Die Prostata ist eine etwa kastaniengroße Drüse unterhalb der Harnblase, die den ersten Abschnitt der Harnröhre umschließt. Sie produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Durch hormonelle Veränderungen vermehrt sich das Prostatagewebe im Laufe des Lebens langsam. Dadurch wird die Harnröhre zunehmend eingeengt und der Urinabfluss behindert – auch der Blasenmuskel kann sich verändern und die Beschwerden verstärken.
Die gutartige Prostatavergrößerung gehört zu den häufigsten urologischen Erkrankungen überhaupt. Die Wahrscheinlichkeit steigt deutlich mit dem Alter:
Nicht jede vergrößerte Prostata verursacht Beschwerden – etwa ein Drittel bis die Hälfte der Betroffenen entwickelt behandlungsbedürftige Symptome.
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam über mehrere Jahre. Fachlich fasst man sie als LUTS (Lower Urinary Tract Symptoms) zusammen.
Nicht jede BPH muss operiert werden. Bleibt eine fortschreitende Erkrankung jedoch unbehandelt, sind Komplikationen möglich: wiederkehrende Harnwegsinfekte, Blasensteine, Restharnbildung, Blasen- und Nierenschäden bis hin zum Rückstau in die Nieren.
Ein akuter Harnverhalt – die plötzliche Unfähigkeit zu urinieren – ist ein urologischer Notfall und muss sofort behandelt werden.
Das vergrößerte, gutartige Gewebe wird entlang der natürlichen Schicht ausgeschält – schonend und ohne Bauchschnitt. So entsteht wieder ein freier Weg für den Urin.

Zur Abklärung gehört immer ein ausführliches Gespräch – ergänzt durch gezielte Untersuchungen:
Ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch
Erfassung der Beschwerden mit dem IPSS-Fragebogen
Körperliche & Tastuntersuchung der Prostata
Ultraschall von Blase, Prostata und Nieren
Restharnbestimmung
Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie)
Urinuntersuchung
Blutuntersuchung inkl. PSA-Wert bei Indikation
Bei speziellen Fragestellungen können zusätzlich eine Blasenspiegelung oder urodynamische Untersuchungen sinnvoll sein.
💡 Tipp: Mit unserem IPSS-Selbsttest schätzen Sie Ihre Beschwerden selbst ein und nehmen das Ergebnis mit zum Arzt.
Nicht jeder Patient benötigt sofort eine Operation. Welche Therapie am besten passt, hängt von mehreren Faktoren ab:
Reicht eine konservative Behandlung nicht aus, stehen mehrere moderne Verfahren zur Verfügung. Tippen Sie auf ein Verfahren, um mehr zu erfahren.
Die TUR-P gilt seit Jahrzehnten als bewährter Standard. Über die Harnröhre wird überschüssiges Prostatagewebe mit einer elektrischen Schlinge entfernt – ganz ohne äußere Schnitte.
Vorteile
Die Laser-Enukleation zählt heute zu den modernsten und effektivsten Operationsmethoden bei der gutartigen Prostatavergrößerung. Das vergrößerte Gewebe wird entlang der natürlichen anatomischen Schicht („chirurgische Kapsel") mit einem Hochleistungslaser vollständig ausgeschält (enukleiert), anschließend in der Blase zerkleinert (Morcellation), entfernt und feingeweblich untersucht.
Je nach Situation kommen Holmium-Laser (HoLEP) oder Thulium-Laser (ThuLEP/ThuFLEP) zum Einsatz. Beide gehören weltweit zu den am besten untersuchten Operationstechniken.
Holmium-Laser (HoLEP)
Thulium-Laser (ThuLEP)
Geeignet für nahezu jede Prostatagröße
Von der kleinen über die mittelgroße bis zur sehr großen Prostata (>100 ml, teils >150–200 ml). Damit kann bei den allermeisten Patienten auf einen offenen Bauchschnitt verzichtet werden.
Vorteile
Beim GreenLight-Laser wird das Prostatagewebe mit Laserenergie verdampft (photoselektive Vaporisation der Prostata, PVP). Das Verfahren eignet sich besonders bei kleinen bis mittelgroßen Drüsen und bei erhöhtem Blutungsrisiko.
Besonders geeignet bei
Vorteile
Bei extrem großen Prostatae oder besonderen anatomischen Situationen kann die roboterassistierte Entfernung des gutartigen Gewebes sinnvoll sein. Dabei wird ausschließlich das vergrößerte Gewebe entfernt – die Prostatakapsel bleibt erhalten.
Vorteile
Nicht jede Prostatavergrößerung muss gleich behandelt werden. Nach einer umfassenden Diagnostik wird gemeinsam die für Sie individuell beste Therapie besprochen.
Ziel jeder Behandlung ist eine dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität, eine sichere Blasenentleerung und die Auswahl des für Sie am besten geeigneten Verfahrens.
Kurze Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die gutartige Prostatavergrößerung.
Die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) ist kein Krebs und erhöht auch nicht das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Unbehandelt kann eine fortschreitende Erkrankung jedoch Komplikationen wie Harnwegsinfekte, Blasensteine oder eine Schädigung von Blase und Nieren verursachen. Ein akuter Harnverhalt ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden.
Nein. Nicht jeder Patient benötigt eine Operation. Je nach Beschwerdestärke, Prostatagröße und Restharnmenge können auch beobachtendes Abwarten oder Medikamente ausreichen. Erst wenn diese nicht mehr wirken oder Komplikationen drohen, kommen operative Verfahren infrage.
Bei der Laser-Enukleation wird das gutartig vergrößerte Prostatagewebe mit einem Hochleistungslaser entlang der natürlichen anatomischen Schicht vollständig ausgeschält – ohne Bauchschnitt. Die Methode eignet sich für nahezu alle Prostatagrößen, hat eine sehr geringe Blutungsrate und sehr niedrige Wiederoperationsraten (unter 2 % innerhalb von 10 Jahren).
Häufig ja. Laserverfahren wie die Laser-Enukleation (HoLEP/ThuLEP) und der GreenLight-Laser haben eine sehr gute Blutstillung und sind – nach individueller Risikoabwägung – oft auch bei Patienten mit Blutverdünnung geeignet. Die Entscheidung trifft der behandelnde Urologe im Einzelfall.
Bei sehr großen Prostatae (>100 ml, teils >150–200 ml) sind die Laser-Enukleation oder die roboterassistierte einfache Prostatektomie besonders geeignet. Beide entfernen das vergrößerte Gewebe vollständig – bei der Laser-Enukleation sogar ohne Bauchschnitt.
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